Hitzestress bei Hunden: Die unbekannte Gefahr

Es ist jedes Jahr das Gleiche. Wir Menschen freuen uns im Frühjahr und Sommer über täglich länger währende Sonnenstunden und steigende Temperaturen. Für unsere vierbeinigen Freunde sind die Sommermonate jedoch weit weniger angenehm, denn Hunde sind sehr hitzeempfindlich!  Eine hohe Umgebungstemperatur (für Menschen noch angenehm) ist für sie besonders gefährlich, da Hunde ihre Körpertemperatur im Unterschied zum Menschen nicht durch Schwitzen regulieren können.

 

"Hunde regulieren ihre Körpertemperatur durch direkte Wärmeabgabe mittels Hecheln. Schon ab einer Aussentemperatur von ca. 28-30 C° reicht dieser Mechanismus nicht mehr aus und die Körpertemperatur beginnt zu steigen."
Tierärzliche Hochschule Hannover

 

Wenn die Körpertemperatur eines Hundes über 40°C steigt und seine Mechanismen zur Selbstkühlung - wie z.B. das Hecheln - überfordert werden und nicht mehr richtig funktionieren, setzt ein Hitzschlag ein.

Leider ist es nicht nur das Thermoregulationssystem ("Kühlung") eines Hundes, das beim Hitzschlag versagt. Während der Zustand fortschreitet und die Körpertemperatur weiter über 40°C  steigt, versagen die meisten Körpersysteme. Dazu gehören die wichtigen neurologischen, urinausscheidenden, zirkulierenden und blutgerinnungshemmenden Systeme sowie der Verdauungstrakt. Wenn diese Systeme einmal ausfallen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Regenerierung nach einem Hitzschlag sehr gering.


Da die Vermeidung von Hitzschlag von entscheidender Bedeutung ist, sollte jeder die "Frühwarnsignale" kennen und im Auge behalten. Wenn Sie diese Warnzeichen für Hitzestress und Hitzeerschöpfung kennen, können Sie geeignete Maßnahmen ergreifen, bevor es zu einem potenziell tödlichen Hitzschlag kommt.

 

Anzeichen von Hitzestress

Die ersten klinischen Symptome einer Überhitzung stellen sich wie folgt dar:

  • anhaltendes, starkes Hecheln

  • evtl. vermehrter Speichelfluss

  • Hautinnenseite der Ohren sind stark gerötet und heiß

  • Dunkelrotes Zahnfleisch und Zunge

  • oft ist der Hals langgestreckt und die Zunge hängt weit heraus

  • Unruhe, Nervosität bis hin zur Panik

  • Schwankender Gang

Anzeichen für Hitzschlag

Auch hier gibt es unterschiedliche Stufen und Schweregrade dieser Zeichen und nicht alle werden in jedem Fall vorhanden sein. Beachten Sie auch, dass die unten aufgeführten Zeichen zusätzlich zu den oben aufgeführten Hinweisen für Hitzestress und Wärmeerschöpfung vorhanden sind und sich erhebliche Überschneidungen ergeben.

Der Übergang vom Hitzestress zum Hitzschlag kann fliessend und schnell sein:

  • die Atmung wird schneller und flacher (Tachypnoe)

  • Herzrasen (Tachykardie) tritt auf

  •  starke Rötung (hellrot) der Schleimhäute und der Zunge

  • das Tier wird zunehmend apathisch (teilnahmslos)

  • zeigt taumelnde Bewegungen, Gleichgewichtsstörungen

  • evtl. begleitet von Erbrechen und/oder blutigem Durchfall

  • die Körpertemperatur steigt auf über 40 °C

  • Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)

  • Blutergüsse der Haut oder des Zahnfleisches (diese kleinen, punktuellen Blutergüsse, "Petechien" genannt, sind oft am deutlichsten in den Ohren oder an der Unterseite des Bauches zu sehen)